Namenskonventionen für Google Analytics

Für bessere Analysen: Namenskonventionen beim Ereignis-Tracking
Pivat-Tabellen in Google Analytics

Das Ereignis-Tracking in Google Analytics hilft dir dabei, herauszufinden, wie die Besucher deiner Website deren Funktionen nutzen. Du erfährst so, was funktioniert und was nicht.

Wird der Kauf-Button in der Hero-Section deiner Landingpage genutzt? Oder eher der im Call-To-Action in der Mitte der Seite? Wie viele Besucher schauen dein Produktvideo bis zum Ende? Und werden deine Preislisten-PDFs eher im Browser betrachtet oder heruntergeladen?

Damit du das herausfinden kannst, musst du die Ergebnisse des Ereignis-Trackings lesen und einordnen können. Dazu ist ein sauberes Setup nötig. Dazu gehört vor allem eine sinnvolle Benennung von Parametern.

In diesem Artikel erfährst du, warum und wie du deine Parameter innerhalb des Ereignis-Trackings benennen solltest, damit du mit den gewonnenen Daten auch etwas anfangen kannst.

Namenskonventionen in Google Analytics: Was dir das alles eigentlich bringt

Eine stringente und lesbare Benennung deiner Ereignisse ist nicht schwer. Ein einfaches onclick-Ereignis zum Beispiel muss nur diesem simplen Schema folgen:

onclick="ga('send', 'event', 'Art des Dings (Mehrzahl!)', 'Art der Interaktion', 'Genaue Bezeichnung des Dings');"

Ein Ereignis, dass in Google Analytics gemessen wird, kann mit 4 Parametern versehen werden:

  • Kategorie: die Art des Elements, zu dem du das Ereignis betrachtest.
  • Aktion: das, was mit dem Element gemacht wurde.
  • Label: Raum für eigene Ergänzungen. Ich verwende es, um das Element eindeutig zu beschreiben.
  • Wert: Ein Wert, den du dem Ereignis zuordnest. Dadurch wird das Ereignis allerdings zum Ziel und sollte in Analytics auch so behandelt werden.

Die Strategie dahinter muss allerdings stimmen, wenn du die Möglichkeiten maximal ausschöpfen willst.

Je granularer du die Ereignisse auf deiner Website trackst, desto mehr Möglichkeiten der Auswertung hast du.

Links sind nicht gleich Links. Sie verbergen sich hinter Buttons, Bildern und Texten. Genau zu wissen, welche Art von Link auf welcher Seite und in welchen Seiten-Elementen wie gut funktionieren, kann sehr hilfreich sein, um deine Conversions zu optimieren.

Je mehr du allerdings misst, desto klarer muss sein, WAS du gemessen hast, wenn du dir die Ergebnisse ansiehst.

Und genau da kommt die konsequente Verwendung von Namenskonventionen ins Spiel. Schon ein Blick auf den Code muss klar machen, was hier wo gemessen wurde.

Du denkst: „Klar. Ist doch einfach.“?

Na gut. Ich gebe dir mal ein Beispiel dessen, was mir bei meinen Google-Analytics-Audits leider sehr oft begegnet, wenn ich Ereignis-Trackings betrachte:

onclick="ga('send', 'event', 'Link', 'Klick', 'Sommerkampagne 2018');"

Ein analytischer Blindflug. Aus so etwas kann keine verwend- und lesbare Auswertung entstehen. In diesem Fall sind die genaueren Bestimmungen zu Kategorien verkommen.

Arbeitest du hingegen genau, kannst du mit geschickt gelabelten Parametern sogar A/B-Tests für Call-To-Actions umsetzen oder ihre Ergebnisse zu überwachen.

Ohne ein vernünftige Namenskonvention kannst du gewisse Auswertungen einfach gar nicht durchführen. Denn sie ergeben dann in ihrer Lesart unter Umständen keinen Sinn.

Ohne Konsistenz werden deine Auswertungen scheitern

Klar, Konsistenz ist wichtig. Diese Wahrheit wird in vielen Kontexten wie eine Sau durch‘s Dorf getrieben.

Bei der Benennung deiner Parameter zum Zweck des Ereignis-Trackings in Google Analytics macht fehlende Konsistenz eine Auswertung aber tatsächlich unmöglich.

Warum?

Nennst du deine Formulare einmal „Formular“, einmal „Formulare“ und einmal „formulare“, werden sie von Analytics als drei verschiedene Ereignisse betrachtet. Du kannst sie nicht mehr gemeinsam betrachten.

Fällt dir das erst nach Monaten und kurz vor dem Halbjahres-Reporting für die Geschäftsleitung auf… Nun gut. Ich denke, ich muss das nicht ausschmücken.

Handle bei der Benennung deiner Parameter konsistent!

Meine Namenskonventionen für häufig verwendete Ereignisse

Es gibt Ereignisse, die sind Standard. Das Klicken eines Links im Text zum Beispiel. Oder eines Buttons.

Ereignis-Tracking in Google Analytics bietet – kreativ eingesetzt – aber noch viel mehr Möglichkeiten. Hier sind übliche und unübliche Namenskonventionen. Bedien‘ dich und lass dich inspirieren:

Button-Klicks:

onclick="ga('send', 'event', 'Button-Links', 'Geklickt', 'Seiten-Name besucht');"

mailto:-Links

onclick="ga('send', 'event', 'E-Mail-Links', 'Geklickt', 'info@beispiel.de');"

tel:-Links

onclick="ga('send', 'event', 'Telefon-Links', 'Geklickt', '0123-45678910');"

Links im Fließtext:

onclick="ga('send', 'event', 'Outbound-Text-Links', 'Geklickt', 'www.beispiel.de');"

Abgesendete Formulare:

onsubmit="return ga('send', 'event', 'Formulare', 'Abgeschickt', 'Formular-Name');"

Videos:

onclick="ga('send', 'event', 'Videos', 'Gestartet', 'Video-Name');"

onclick="ga('send', 'event', 'Videos', 'Komplett angesehen', 'Video-Name');"

onclick="ga('send', 'event', 'Videos', 'Pausiert', 'Video-Name');"

(Das kann natürlich genau so für Audio-Files/Podcasts verwendet werden.)

Weitere nützliche Anmerkungen zur richtigen Verwendung von Namenskonventionen

Verwende bei der Beschreibung der Betrachteten Kategorie immer die Mehrzahl. Also nicht „Video“, sondern „Videos“. Wir betrachten hier eine Kategorie von mehreren Elementen.

Verwende bei den Aktionen immer die Vergangenheitsform. Also nicht „ansehen“, sondern „angesehen“. Wir sprechen hier über Ereignisse, die in der Vergangenheit liegen.

Verwende beim Label immer die Einzahl. Also „Preisliste Abverkauf Black Friday“ und nicht „Preislisten Abverkauf Black Friday“. Logisch, oder? Hier geht es schließlich um das EINE Ding, dass wir betrachten.

Spätestens wenn du deine Kategorien vergleichen willst, also deine Daten auf der übergeordneten Ebene betrachtest, ergibt die Mehrzahl Sinn.

Die Pivot-Auswertung von Ereignissen in Google Analytics

In Google Analytics kannst du die Parameter in einer Pivot-Tabelle mit den getrackten Objekten kreuzen.

Pivot-Auswertung von Ereignissen in Google Analytics
© Screenshot von YouTube

Diese Form der Auswertung wird durch eine korrekte Namenskonvention überhaupt erst möglich. Und durch die Bennenung von Kategorien, Aktionen und Labels in Mehrzahl, Vergangenheitsform und Einzahl wird sie lesbar.

Gehst du nun mit einer bestimmten Fragestellung in die Analyse, musst du nicht groß umdenken:

  • Zeig mir, wie viele Besucher ein PDF heruntergeladen haben.
  • Wie viele Personen haben die Preisliste zum Black Friday heruntergeladen und wie viele haben es im Browser betrachtet?
  • Wie viele PDFs wurden insgesamt heruntergeladen?

Conclusio

Wenn du die Macht des Ereignis-Trackings in Google Analytics entfesseln möchtest, musst du Namenskonventionen einhalten. Entwickeln musst du sie nicht. So komplex sind sie nämlich nicht.

Sorge dafür, dass sich der Code für das Tracking wie ein Satz liest:

onclick="ga('send', 'event', 'E-Mail-Links', 'Geklickt', 'info@beispiel.de');"

„E-Mail-Links zur Adresse info@beispiel.de, die geklickt wurden.“

Das ist ganz einfach. Daran sollte es also nicht scheitern. Woran es immer wieder scheitert – und ich kann das aus reichlicher Erfahrung bestätigen – ist die Einhaltung dieser Konvention.

Es ist so leicht. Und gleichzeitig so schwierig.

André Goldmann

Wer schreibt hier?

André Goldmann ist Digital Specialist mit 20 Jahren Branchenerfahrung, Sprecher auf Deutschlands führenden Online-Marketing-Konferenzen, Experte für Online-Marketing, UX/UI, Webentwicklung und SEO.

Hier halte ich demnächst Fachvorträge:

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